WOCHENAUSBLICK: Wahl, US-Geldpolitik und Hexensabbat lassen den Dax tanzen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundestagswahl, Fed-Sitzung und Hexensabbat dürften in der neuen Woche die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Atem halten. Daher wird mit verstärkter Unsicherheit und damit auch kräftigeren Schwankungen gerechnet. Alles in allem aber sollte die Tendenz an den Börsen weiter nach oben weisen und könnte dem deutschen Leitindex Dax ein neues Rekordhoch bescheren.

"Ein intaktes Grundvertrauen bei verhaltenen Investitionsquoten" prägt laut Investmentanalyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die aktuelle Stimmung an den Börsen. Und auch die Experten der Landesbank Berlin (LBB) sehen optimistisch auf die Marktlage, zumal Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) und EuroStoxx 50 (Zürich: ^STOXX50E - Nachrichten) ihrer Einschätzung nach immer noch moderat bewertet sind.

Vorsicht gelte dabei nach wie vor wegen des weiterhin nicht gelösten Syrien-Konflikts, denn noch sind den Worten von Präsident Baschar al-Assad, die Chemiewaffen Syriens vernichten zu lassen, keine Taten gefolgt. Doch darauf pochen die Amerikaner.

BEI BUNDESTAGSWAHL ZEICHNET SICH KOPF-AN-KOPF-RENNEN AB

Erhebliches Potenzial für größere Schwankungen sehen die Analysten der LBB zudem auch in dem sich abzeichnenden Kopf-an-Kopf-Rennen bei der am Sonntag (22. September) anstehenden Bundestagswahl. LBBW-Experte Fernow hält eine Große Koalition von CDU und SPD für am wahrscheinlichsten und billigt dieser "durchaus positives Überraschungspotenzial" für den Aktienmarkt zu.

Zunächst aber wird sich das Augenmerk auf die erste Sitzung der US-Notenbank Fed nach der Sommerpause richten. Am Mittwoch wird in Washington wieder über die künftige Geldpolitik entschieden und damit über das milliardenschwere Kaufprogramm von US-Staatsanleihen. "Wir rechnen genau wie der Konsens der Volkswirte mit einem Einstieg in den Ausstieg", schreibt Fernow. Seines Erachtens könnte das monatliche Volumen um 10 Milliarden auf dann noch 75 Milliarden US-Dollar zurückgenommen werden, was aber an den Börsen eingepreist sein dürfte.

Am Mittwoch steht in Italien zudem auch noch die Frage an, ob der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi trotz seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung im Senat bleiben darf. Die Abstimmung darüber könnte sich laut LBB zu einer "veritablen Regierungskrise" auswachsen, denn Berlusconis Parteifreunde haben bereits gedroht, bei Ausschluss die Regierung platzen zu lassen.

HEXENSABBAT LÄSST DIE KURSE TANZEN

Abgesehen von einigen wichtigen Konjunkturdaten wie dem ZEW-Index zur Wirtschaftsstimmung in Deutschland oder Frühindikatoren aus Philadelphia und New York sowie Daten zur US-Industrie, sollte dann am Freitag der Große Verfall an den weltweiten Terminbörsen für weitere Spannung sorgen. Zum sogenannten Hexensabbat können Aktienkurse und Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig schwanken. Dann nämlich verfallen sowohl Optionen und Futures auf einzelne Aktien und Indizes. Am Tagesende werden schließlich die von der Deutschen Börse Anfang September beschlossenen Änderungen innerhalb der Dax-Familie (Dax, MDax (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) , TecDax (Xetra: ^TECDAX - Nachrichten) und SDax (Xetra: ^SDAXI - Nachrichten) ) umgesetzt./ck/men/she

--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---

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