USA: Haushaltsdrama auf Wiedervorlage

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Schließung der amerikanischen Bundesregierung für rund drei Wochen im Oktober führte unter anderem zu einer unfreiwilligen Pause bei der Versorgung von Finanzmärkten und Ökonomen mit aktuellen Wirtschaftsdaten aus den USA, berichten die Analysten der Helaba.

Inzwischen hätten die Statistiker ihren Datenstau zwar fast abgearbeitet, aber wichtige Informationen stünden noch aus. So habe sich wegen des "government shutdown" auch der Termin für die Wachstumsdaten für das Q3 verschoben - normalerweise wären sie bereits Ende Oktober veröffentlicht worden. Die Analysten würden mit einem Plus von annualisiert knapp 2% gegenüber dem Vorquartal rechnen. Im Q4 sollte, je nachdem wie viel Wachstum die Politik mit den Irritationen durch die Zwangsbeurlaubung der Bundesangestellten und den Streit um die Schuldengrenze verschenkt habe, ein Zuwachs von 2% bis 2,5% zu Buche stehen.

Die vorliegenden Monatsdaten würden ein unverändert gemischtes Bild zeichnen, das für ein andauernd moderates Expansionstempo spreche. Während die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe laut ISM-Einkaufsmanagerindex im Oktober den höchsten Stand seit 2011 erreicht habe, seien die Daten zu den Auftragseingängen von Kapitalgütern und die "harten" Produktionszahlen aus der Industrie zuletzt eher enttäuschend gewesen. Auch am Arbeitsmarkt habe die Dynamik des Stellenaufbaus etwas nachgelassen. Habe der Zuwachs der privaten Beschäftigung im ersten Halbjahr noch bei durchschnittlich 200.000 gelegen, habe die Zahl der Stellen von Juli bis September nur noch um 130.000 pro Monat zugenommen. Die Arbeitslosenquote sei allerdings weiter zurückgegangen und habe ein neues zyklisches Tief von 7,2% erreicht. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sei - vor der kurzfristigen Verzerrung durch den "government shutdown" - auf einen zyklischen Tiefstand gefallen.

2014 dürfte die US-Wirtschaft Fahrt aufnehmen. Von der Geldpolitik würden auf absehbare Zeit positive Impulse für die Konjunktur kommen, selbst wenn die Notenbank das aktuelle Anleihekaufprogramm wie erwartet ab der Jahreswende 2013/2014 langsam zurückfahre. Die Heilprozesse im Finanzsektor würden sich fortsetzen, die Banken würden reichlich Unternehmenskredite vergeben.

Die Erholung am Wohnungsmarkt habe über den direkten Nachfrageeffekt der Bauaktivität hinaus positive Rückwirkungen auf das Vermögen der privaten Haushalte. 2014 werde vor allem der dämpfende Effekt seitens der Fiskalpolitik spürbar nachlassen, der die USA 2013 durch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen mehr als 2 Prozentpunkte Wachstum gekostet habe. Für das kommende Jahr rechne der IWF nur mit einem negativen Impuls von 0,75 Prozentpunkten. Erhalten bleibe 2014 aber zunächst der überdurchschnittlich hohe Grad an politischer Unsicherheit: Schon im Januar laufe der im Oktober beschlossene Überbrückungshaushalt für die Bundesregierung aus und im Februar stehe die Schuldenobergrenze wieder auf der Agenda.

Die Analysten würden für das kommende Jahr trotz der andauernden Querschüsse von der Politik unverändert mit einem Zuwachs beim BIP von 2,7%, deutlich oberhalb des langfristigen Trends von rund 2% rechnen. Der Anstieg der Verbraucherpreise werde im Prognosezeitraum aber überschaubar bleiben. Lohndruck sei derzeit nicht auszumachen. (06.11.2013/fc/a/m)

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