Aktien Frankfurt: US-Arbeitsmarktdaten verhelfen Dax zu Gewinnen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Positiv interpretierte Daten vom US-Arbeitsmarkt haben am Freitag dem Dax zu Gewinnen verholfen. Nach moderaten Verlusten drehte der Leitindex am Nachmittag ins Plus und stieg um 0,63 Prozent auf 8.287,10 Punkte. Im bisherigen Wochenverlauf legte er damit um 2,3 Prozent zu. Der MDax gab am Freitag um 0,15 Prozent auf 14.588,06 Punkte nach. Der TecDax büßte 0,48 Prozent auf 1.045,89 Punkte ein. Der Leitindex der Eurozone reagierte zugleich ähnlich wie der Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) : Der EuroStoxx 50 legte zuletzt um 0,96 Prozent bei 2.800,87 Punkte zu.

"Die Arbeitsmarktdaten kamen etwas schwächer rein als erwartet und die Arbeitslosenquote liegt bei unverändert 7,3 Prozent", resümierte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Erneut heizten sie nun die Diskussion um ein Ende der lockeren Geldpolitik an. Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba nimmt an, dass nun die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung eine Drosselung ihrer milliardenschweren Anleihekäufe beschließt, etwas sinken. Einen Start noch im September hält er dennoch weiterhin für "das wahrscheinlichste Szenario".

RWE UND EON MIT KRÄFTIGEN GEWINNEN

Im Dax waren an diesem Tag vor allem die Versorgeraktien gefragt, nachdem sie in jüngster Zeit besonders oft auf den Verkaufslisten der Anleger gestanden hatten. Zudem sorgte auch eine positive Branchenstudie der Societe Generale (Paris: FR0000130809 - Nachrichten) für Auftrieb. Die RWE-Aktien gewannen an der Index-Spitze knapp 7 Prozent und die von Eon (Taiwan OTC: 3411.TWO - Nachrichten) stiegen an zweiter Stelle um etwas mehr als 5 Prozent.

Die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) legten nach einer positiveren Einschätzung der Ratingagentur Moody's zum deutschen Bankensystem zu. Die Commerzbank-Titel gewannen 1,42 Prozent hinzu und die des deutschen Branchenprimus 0,33 Prozent. Nach mehr als fünf Jahren änderte die Agentur erstmals wieder den Ausblick für die nächsten 12 bis 18 Monate von "negativ" auf "stabil". Die Banken hätten zuletzt deutlich weniger krisenbedingte Verluste verbucht und ihre Eigenkapitalbasis gestärkt. Zudem profitierten die Institute in Deutschland von der robusten Wirtschaftslage und einem geringen Ausfall von Firmenkrediten. Moody's stellte auch den guten Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt heraus.

VW DEMENTIERT GERÜCHTE UM AR-CHEF PIECH

Die VW-Vorzüge rückten um 0,23 Prozent vor. Der Autobauer dementierte im Tagesverlauf Gerüchte über eine Personalrochade an den Spitzen von Aufsichtsrat (AR) und Vorstand. "Mit Nachdruck" wurde ein Bericht des "Handelsblatt" zurückgewiesen, wonach VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus gesundheitlichen Gründen bald die Führung des Kontrollgremiums an Vorstandschef Martin Winterkorn abgeben wolle. Die Zeitung hatte weiter berichtet, dass dann Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch für eine Übergangszeit an die Konzernspitze wechseln solle und berief sich auf Konzernkreise und Piech-Vertraute.

Zum zweiten Mal in dieser Woche standen außerdem die Aktien von ProSiebenSat.1 wegen einer Aktienplatzierung im Blick. Sie sanken im MDax (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) um 1,30 Prozent auf 30,695 Euro. Nachdem KKR und Permira bereits am Mittwoch 25 Millionen Aktien verkauft haben, zog nun der niederländische Medienkonzern TGM nach. Beim Motorenbauer Deutz gab es ebenfalls eine Aktienplatzierung. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete, verkauft die italienische Same Deutz-Fahr Group ihren Anteil. Die Deutz-Papiere büßten daraufhin knapp 10 Prozent ein./ck/la

--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---

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