Aktien Frankfurt Ausblick: Schwächer erwartet wegen zunehmender Unsicherheit

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt wird am Montag wegen gestiegener Unsicherheiten um den Fortbestand der italienischen Regierung und des US-Haushaltsstreits schwächer erwartet. Rund eine Stunde vor Handelsbeginn stand der X-Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) als außerbörslicher Indikator für den Leitindex 0,93 Prozent tiefer bei 8.581 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeichnete sich mit minus 1,07 Prozent eine ebenfalls schwache Eröffnung ab.

Nach nur fünf Monaten steht die Regierung von Enrico Letta im hochverschuldeten Italien vor dem Aus. Die Partei von Medienmogul Silvio Berlusconi (77) kündigte den Rücktritt ihrer fünf Minister aus der großen Koalition an. In den USA steht derweil der erste Stillstand der öffentlichen Verwaltung seit 17 Jahren bevor. Eine rechtzeitige Lösung im erbitterten Streit über den Bundeshaushalt zwischen Präsident Barack Obama und den oppositionellen Republikanern erschien am Vortag kaum noch möglich. Experten befürchten bei einem längeren "government shutdown" negative Folgen für die Konjunktur der größten Volkswirtschaft der Welt.

DÜSTERE NACHRICHTENLAGE - SIEMENS (TLO: SIE.TI - Nachrichten) -STELLENABBAU

Die Nachrichtenlage sei in den vergangenen Tagen richtig schlecht geworden und das reflektierten am Morgen auch die asiatischen Börsen, sagte Marktstratege Chris Weston von IG (London: IGG.L - Nachrichten) . Die Vorgabe ist entsprechend negativ: Der Future auf den Dow Jones Industrial verlor 0,63 Prozent seit dem Xetra-Wochenschluss. Der Wochenauftakt wie auch die ganze Woche dürften spannend und damit volatil werden, sagte Dirk Gojny von der Nationalbank mit Blick auf den Konjunkturkalender. Auf Monatssicht aber hat der Dax bislang einen starken Monat hingelegt - der Leitindex steuert zudem auf das fünfte Quartal in Folge mit Gewinnen zu.

Auf Unternehmensseite reagierten Siemens-Aktien im vorbörslichen Handel mit Kursverlusten auf die Ankündigung eines weltweiten Stellenabbaus von 15.000 Jobs. Zuletzt gaben die Titel bei Lang & Schwarz im insgesamt schwächer erwarteten Markt knapp ein Prozent nach. Siemens will im Rahmen seines Programms "Siemens 2014" rund 5.000 Stellen in Deutschland streichen. Ein Händler sagte am Morgen, die Ankündigung könne positiv wirken, weil Analysten lediglich mit insgesamt rund 10.000 Stellen gerechnet hätten. Allerdings sei das Einsparziel von rund 6 Milliarden Euro nicht angehoben worden. Zudem sei das Bekanntwerden des Jobabbaus ein weiteres Kommunikationsdesaster und habe über das Wochenende viel Unmut bei der Belegschaft ausgelöst.

MERCK MIT MEDIKAMENT ERFOLGREICH - DEUTZ WILL WIEDER DIVIDENDE ZAHLEN

Aktien von Merck (Other OTC: MKGAY - Nachrichten) hielten sich vor dem Börsenstart mit minus 0,48 Prozent auf 114,50 Euro etwas besser als der schwächer erwartete Markt. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern kann mit seinem Krebsmittel Erbitux bei bestimmten Darmkrebs-Patienten einen Erfolg verbuchen. In einem Vergleichstest mit dem Krebsmittel Avastin, das von dem schweizerischen Pharmakonzern Roche hergestellt wird, hat Erbitux demnach das Leben von manchen Patienten um 7,5 Monate auf 33,1 Monate verlängert. Ein Börsianer sah moderate Unterstützung für den Aktienkurs. Allerdings habe Merck ähnliche Daten bereits im Juni präsentiert, auch wenn sie nun noch eindrucksvoller erschienen.

Papiere von Deutz (Berlin: DEZ.BE - Nachrichten) gaben nach den Plänen zur Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung leicht nach. Die Aktien lagen bei Lang & Schwarz (L&S) um 0,22 Prozent nach auf 6,69 Euro. Der Kölner Motorenbauer will seinen Aktionären nach Angaben von Vorstandschef Helmut Leube bald wieder eine Dividende zahlen. Die letzte Ausschüttung gab es für das Jahr 2007 - in ein oder zwei Jahren soll es erneut eine geben. Ein Händler sagte am Morgen, das passe mehr oder weniger zu den Erwartungen am Markt. Einige Analysten hätten jedoch bereits früher darauf gehofft./men/rum

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